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Kurz notiert:

Russlands Bruttoinlandsprodukt wird 2006 über dem Niveau von 1991 liegen

Nach Einschätzung von Wirtschafts- und Handelsminister Gref, wird das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr erstmals den Stand von 1991 übertreffen. In vergangen Jahren habe die Wirtschaft erheblich aus dem Export von Energieträgern profitiert. Es sei jetzt an der Zeit nach neuen Wachstumsquellen zu suchen.



Grußwort vom Geschäftsführer der TS Consult GmbH

Liebe Freunde und Partner der TS Consult! Wir werden immer wieder gebeten zu aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen Russlands, insbesondere der Erdöl- und Erdgasindustrie zu berichten. Seit Jahrzehnten mit der Sowjetunion, später mit Russland und den anderen Nachfolgestaaten vertraut, tun wir dies gern, sei es bei Beratungen bei unseren Kunden, anlässlich von Vorträgen vor unterschiedlichstem Publikum oder ab heute, mit unserem TS Consult Newsletter, der zukünftig monatlich erscheint. Eines werden Sie bei uns jedoch vermissen – eine generell negative Einstellung zu Russland.
Ja, die russischen Winter sind kalt und die Reisewege in diesem riesigen, schönen Land teils weit und oft beschwerlich. Ansonsten meinen wir es Ernst, wenn wir Russland als unsere zweite Heimat bezeichnen. Wir fühlen uns wohl dort, agieren wirtschaftlich erfolgreich auf einem der interessantesten Wachstumsmärkte weltweit. Kein Grund also, in das mancherorts übliche Klagelied einzustimmen.

Herzlichst
Ihr Thomas Seeber



Lizenzen und Normen in Russland

Als große Hürde bei einem Markteintritt in Russland gelten Lizenzen und rechtliche Normen, deren Erhalt und Umsetzung beim Betrieb eines Gewerbes notwendig sind.
Föderale Lizenzen werden zusätzlich durch regionale Auflagen ergänzt und je nach Gewerbe auf drei bis fünf Jahre vergeben. Neben dem zentralen Antragsverfahren zur Einrichtung eines Betriebes, sind eine Vielzahl weiterer Verwaltungsschritte ab zu arbeiten, die sich schnell zu einer Summe von 20 bis 30 unterschiedlichen Lizenzanträgen und Genehmigungsverfahren addieren können.
Im Netz finden Sie eine allgemeine Übersicht unter: http://www.licence.rk-audit.ru
Neben den grundsätzlichen Genehmigungsverfahren, sind im betrieblichen Alltag auch festgelegte Normen z.B. im Bereich des Arbeitsrechts zu erfüllen, wobei jede Abweichung vom Standardverfahren mit erheblichem Mehraufwand in den behördlichen Verfahren verbunden ist.
Um dieses Prozedere möglichst effizient zu bewältigen, steht Ihnen die TS Consult GmbH als zuverlässiger und kompetenter Partner stets zur Seite. Wir beschränken uns dabei nicht auf Allgemeinplätze, sondern bieten konkrete Problemlösungen an.
Auf aktuellstem Stand ist derzeit z.B. eine vergleichende Darstellung zu Projektierung und Abnahme von Elektroanlagen nach deutscher und russischer Norm als Drucksache gegen eine Schutzgebühr von 100,- € erhältlich. Wir würden uns freuen, auch Ihnen zur Seite zu stehen. Kommen Sie auf uns zu.



Wachstum der russischen Wirtschaft im

internationalen Vergleich
Gemessen an Schlüsselindikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung, schneidet Russland im internationalen Vergleich unter den G8 gut ab. Das staatliche Statistikamt Rosstat meldete hierzu am 30.5.2006 folgende Daten:
Mit einem Zuwachs der Industrieproduktion von 3 % im ersten Quartal 2006, belegt Russland den dritten Platz nach Deutschland (4,6%) und den USA (3,3 %).
Nach aktuellen Angaben von Finanznachrichten.de vom 19.06.2006, hat sich dieser Trend im zweiten Quartal noch verstärkt. Danach lag die Industrieproduktion in den ersten 5 Monaten diesen Jahres um 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zwar war die Inflationsrate Russlands im März 2006 mit 0,8 % vor Kanada (0,5 %), USA (0,4 %) und Frankreich (0,3 %) unter
Beim gesamtwirtschaftlichen Wachstum belegte Russland im letzten Quartal 2005 mit 11,4% mit weitem Abstand den ersten Platz vor Großbritannien (4,3 %), Kanada (3,8 %), Japan (3,5 %) und den USA (2,3 %). Für das Jahr 2006 erwartet die russische Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von ca. 6,5%. Dies teilte Andrej Beloussow, stellvertretender Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, am 23.6.2006 im Föderationsrat mit. (HV)











Verdoppelung ausländischer Direktinvestitionen im

ersten Quartal

German Gref, russischer Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, stellte am 13.6.2006 auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg eine Verdoppelung ausländischer Direktinvestitionen fest. Vertreter namhafter westlicher Unternehmen strichen im Kontext die anhaltend positiven Veränderungen in der russischen Wirtschaft hervor. So lobte Carlos Tavares, geschäftsführender Vizepräsident des japanischen Automobilherstellers Nissan, die umfassende Unterstützung für Investitionsvorhaben durch föderale und regionale staatliche Institutionen. Auch Andrew Glass, Russlandchef des Mischkonzerns Cargill, hob die Bedeutung des Wachstumsmarktes Russland für sein Unternehmen hervor. Handlungsbedarf sehen hingegen ausländische Unternehmensvertreter bei einer Vereinheitlichung der Steuergesetzgebung für aus- und inländische Investoren sowie für einen weiteren Abbau administrativer Auflagen und Barrieren. Als weiterer Schritt in die richtige Richtung ist in diesem Zusammenhang die Freigabe internationaler Finanztransaktionen zu werten. So können z.B. ab 1. Juli diesen Jahres russische Staatsbürger ausländische Bankkonten eröffnen und den Zahlungsverkehr über diese Konten ohne Genehmigung der Zentralbank frei abwickeln. Laut Arkadij Dworkowitsch, Angehöriger der russischen Präsidialverwaltung, wird von dieser Deregulierung des Devisengeschäfts ein maßgeblich positiver Impuls auf die ausländische Investitionstätigkeit in Russland erwartet. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti am 15.6.2006 äußerte Dworkowitsch die Einschätzung, dass durch diese Maßnahme nicht zuletzt die Transaktionskosten im internationalen Geldverkehr mit Russland deutlich gesenkt werden. (SS/HV)





Hoher Investitionsbedarf in der russischen

Stromindustrie

Im Zeitraum bis 2010 erwartet das russische Ministerium für Industrie und Energiewirtschaft einen Investitionsbedarf in Milliardenhöhe zum Ausbau der Stromwirtschaft. Diesen bezifferte der stellvertretende Industrieminister Andrej Dementjew am 19.6.2006 auf einer Investorenkonferenz konkret mit rund 22 Mrd. €. Die hierfür benötigten Finanzmittel sollen nach Planungen des Ministeriums auf Seiten der Stromerzeuger wie folgt mobilisiert werden: 7,63 Mrd. € aus Eigenmitteln, 9,6 Mrd. € aus der Ausgabe zusätzlicher Aktien, 4,6 Mrd. € durch Kredite für die in Höhe von 1,7 Mrd. € staatliche Garantien gegeben werden sollen. Die Staatsgarantien sollen eine rasche Finanzierung jener Vorhaben gewährleisten, die dringend notwendig sind, um in einzelnen Regionen die herrschende Gefahr massiver Stromdefizite abzuwenden. (SS)



Russland tilgt vorzeitig Schulden

Finanzminister Alexej Kudrin teilte am 22.6.2006 in Moskau mit, dass Russland bis Ende August diesen Jahres seine Restschulden in Höhe von 22 Mrd. US $ beim Pariser Club tilgen wird. Bislang wurde in Paris lediglich die vorzeitige Tilgung von 12 Mrd. € akzeptiert, was den Verbindlichkeiten der Sowjetunion entspricht, deren Rechtsnachfolger die Russische Föderation ist. Von der zusätzlichen Tilgung verspricht sich die russische Regierung eine Abwehr zukünftiger Haushaltsrisiken im Fall sinkender Ölpreise, da Zinszahlungen in Höhe von 7,7 Mrd. € gespart würden. Zugleich würde sich die Tilgung positiv auf die Bonitätsbewertung Russlands durch Finanzagenturen auswirken und somit Kredite auf kommerzieller Basis verbilligen.
Auf dem Petersburger Wirtschaftsforum hatte Präsident Putin am 13.06. mitgeteilt, dass er für 2006 erwarte, dass die Gold- und Devisenreserven seines Landes bis Jahresende den Umfang der Auslandsschulden übersteigen werden. Alleine im staatlichen Stabilisierungsfonds, der maßgeblich durch den Export von Öl- und Gas gespeist wird, wurden zum 01. Juni diesen Jahres über 56 Mrd. € in Rücklagen gehalten. Dies teilte die Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf das russische Finanzministerium am 13.06. mit. (SS)



Steigende Öl- und Gasproduktion

– glänzende Zahlen bei Gasprom

Während der ersten fünf Monate des Jahres stieg in Russland die Förderung von Erdöl und Erdgaskondensat um 2,5% im Vorjahresvergleich. Die tägliche Fördermenge betrug im Durchschnitt über 9,4 Millionen Barrel pro Tag. Von den von Januar bis Mai insgesamt geförderten 196 Millionen Tonnen (ca. 1,44 Mrd. Barrel) entfallen über 85% auf acht große Ölfirmen. Aber auch der russische Gasriese Gasprom trug rund 5,4 Millionen Tonnen zur Förderleistung bei.
Auch die Gasförderung konnte im Betrachtungszeitraum um 2,3% auf ca. 284 Mrd. m⊃3; gesteigert werden. Nahezu 84% davon entfallen auf den Staatskonzern Gasprom, der 1993 aus der ehemals sowjetischen Gasbehörde hervorgegangen war. Das Unternehmen, an dem der Staat 50% der Anteile plus eine Aktie hält, zählt heute am Börsenwert des Eigenkapitals gemessen zu den wertvollsten Konzernen der Welt. Zum Stichtag 31. März 2006 hatte die Financial Times im Ranking „Global 500“ Platz zehn für den Börsenwert Gasproms ermittelt; ein deutliches Aufrücken von Platz 58 im Jahr zuvor. Nach Einschätzung von Vorstandschef Alexej Miller ist die Lage seines Unternehmens durch Aufschwung gekennzeichnet. Dies teilte Miller Anfang Juni auf der 23. Weltgaskonferenz in Amsterdam mit. Neben einem Rekordgewinn in 2005 (12,2 Mrd. €; +110% zu 2004) konnten auch die Gasreserven im Vorjahr um ca. 580 Mrd. m⊃3; neu erschlossene Vorkommen aufgestockt werden. Dieser Zuwachs liegt deutlich über der Fördermenge von 548 Mrd. m⊃3; in 2005. Laut Miller verfügt sein Unternehmen derzeit über rund 29 Billionen m⊃3; nachgewiesene Erdgasreserven. Je nach Wahl der Bemessungsgröße, sind dies zwischen einem Fünftel und einem Drittel der weltweit bekannten Gasvorkommen. Dazu gesellen sich etwa 12 Mrd. Tonnen Gaskondensat (88 Mrd. Barrel). Mit Übernahme der Erdölfirma wurden die Ölreserven auf 1,3 Mrd. Tonnen (9,55 Mrd. Barrel) erhöht. Auf Basis dieser Ressourcenfülle konnte der Reingewinn im ersten Quartal 2006 auf 3,3 Mrd. € gesteigert werden. Grund genug für Konzernchef Miller, optimistisch in die Zukunft zu sehen.





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