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Kurz notiert

Die russische Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren derart rasant entwickelt, dass qualifizierte Arbeitskräfte seit geraumer Zeit zum knappen Gut geworden sind. Ohne Einwanderer aus den ehemals sowjetischen Nachbarstaaten könnte z.B. der Boom in der Baubranche nicht bewältigt werden. Aber nicht nur minder qualifizierte Arbeitskräfte finden in Russlands Wirtschaft eine Perspektive. Aufgrund des anhaltenden Bevölkerungsrückgangs muss Russland in den kommenden Jahren jährlich bis zu zwei Millionen Arbeitskräfte aus dem Ausland aufnehmen. Gefragt sind dabei auch hoch qualifizierte Experten aus dem Westen, die z.B. beim Auf- und Ausbau der russischen Bankenwirtschaft benötigt werden. Seitens der Regierung ist hierzu geplant, in 2007 maßgebliche Verbesserungen bei der Erteilung von Arbeitserlaubnissen und Visen vor zu nehmen. Bislang halten sich zahlreiche ausländische Arbeitnehmer illegal in Russland auf. Offizielle Schätzungen beziffern die Größenordnung mit ca. 10 Millionen Menschen.



Gute Aussichten im russischen Petrolanlagenbau

Russland hat laut OPEC Angaben im Juni 2006 als weltgrößte Erdöl-Fördernation Saudi-Arabien überholt. Mit einer Fördermenge von insgesamt 9,236 Mio. Barrel im Juni, schob sich Russland mit knapp 46.000 Barrel mehr auf den ersten Platz. Um die Wertschöpfungskette im eigenen Land zu erhöhen, müssen Verarbeitungskapazitäten neu geschaffen, bzw. veraltete Anlagen modernisiert werden. Schon bis 2009 soll die jährliche Fördermenge an Erdöl um 7% auf 223 Mio. Tonnen erhöht werden. Dieser zusätzlichen Produktionsmenge steht bislang nur ansatzweise eine entsprechende Verarbeitungskapazität gegenüber. Insbesondere unter Einfluss des Markttrends hin zu Produkten mit hoher Oktanzahl, besteht großer Investitionsbedarf. Der Verbrauch von Kraftstoffen mit den Oktanzahlen 92 und 95 nimmt in Russland rasch zu. Sollte die Regierung wie geplant bis 2014 die inländische Abgasnorm auf Euro-5 angehoben haben, entstünde ein Mehrbedarf an hochwertigen Kraftstoffen in einer Größenordnung einiger zusätzlicher Millionen Tonnen pro Jahr. Um diese Nachfrage zukünftig zu sättigen, wird in Russland derzeit kräftig investiert. Eines der größten, wenn nicht das größte Vorhaben derzeit, ist der Neubau einer hochmodernen Erdölverarbeitungsanlage nahe Nischnekamsk in Tatarstan. Mit einem Investitionsvolumen von 3 Mrd. US-$ werden die technischen Grundlagen geschaffen, um dort nach Fertigstellung jährlich 7 Mio. Tonnen Erdöl zu Kraftstoffen und anderen Erdölderivaten zu verarbeiten. Die Auftragsvolumen für Anlagenbau und Industriemontagen in der russischen Petrolchemie werden 2007 und 2008 deutlich steigen. Grund genug, dass die TS Consult GmbH mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung in Russland und anderen Staaten der GUS optimistisch in die Zukunft blickt.





Für 2006 wird kräftiges Wachstum in Russland

erwartet

Das russische Wirtschaftsministerium prognostiziert bis Ende des Jahres einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,6%. Noch optimistischer gibt sich die Zentralbank, die ein Wachstum von bis zu 6,8% für möglich hält. Dies meldete die Online Agentur Aktiencheck.de am 20.10.2006. Als zentrale Triebfeder dieser positiven Entwicklung sieht die Zentralbank den starken Exportzuwachs Russlands. Hierzu meldete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am 18.10.2006 unter Berufung auf das Statistikamt, dass Russlands Ausfuhren während der ersten acht Monate 2006 um rund 30% auf 198 Mrd. US-$ gestiegen sei. Zwar stiegen auch die Importe um ca. 21 Mrd. US-$ auf 97,8 Mrd. US-$ an. Der Außenhandelsüberschuss in diesem Zeitraum konnte jedoch um über 31% auf 100 Mrd. US-$ gesteigert werden. Besonders dynamisch entwickelte sich der Warenaustausch mit der Volksrepublik China (Außenhandelsumsatz: +41,7%) und den Ländern der EU (+35%). Auch mit Blick auf die Investitionstätigkeit entwickelte sich die wirtschaftliche Lage in 2006 bisher prächtig. Laut Finanzminister Alexej Kudrin wurden in 2005 insgesamt 124 Mrd. US-$ in Russland investiert, davon entfielen allein rund 30 Mrd. US-$ auf den Nettozufluss ausländischer Gelder. 2006 hält der Wachstumstrend an. Kudrin zu Folge erhöhten sich während der ersten neun Monate allein die akkumulierten Direktinvestitionen um 20,8 Mrd. US-$; im Vergleich zu 2000 sind dies 770%. Der Finanzminister bewertet diese Entwicklung als stark ermutigendes Signal, das die schwierigen Zeiten der letzten fünfzehn Jahre endgültig überstanden sind. Eine Auswertung amtlicher Statistiken durch das Moskauer Institut für Transformationswirtschaft zeigt zudem, dass seit Jahren der Zufluss ausländischer Investitionen entsprechende Abflüsse übersteigt. Dies darf als Beleg für die handfeste Zuversicht des Auslands in das nachhaltige Wachstumspotenzial der russischen Wirtschaft gewertet werden.





Russisches Bio-Fuels Potenzial noch weitgehend

unerschlossen

Russland hat das Potenzial, 25% seines heutigen Energieverbrauchs aus nachwachsenden Rohstoffen zu speisen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Norsk Energi, die von Harald Birkeland und Francois Sammut ausgefertigt wurde. Diesen Autoren zu Folge, wäre Russland in der Lage, bis 2010 jährlich 1000 MW Strom und 1200 MW Fernwärme auf Basis alternativer Energiequellen zu erzeugen. Neben russischen Holzpellets, die bislang nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Außenwirtschaftsinformationen (BFAI), vor allem in Skandinavien, Holland und Großbritannien nachgefragt werden, ist nicht zuletzt Pech ein Energieträger, dem bislang in Russland wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Birkeland und Sammut schätzen die diesbezüglichen Reserven allein im Föderalbezirk Nordwest auf über 160 Mrd. Tonnen, von denen bislang jährlich (Stand 2000) ca. 1,7 Mio. Tonnen regional für Heizzwecke verbraucht werden. Insgesamt betrachtet, sind Biobrennstoffe, so das BFAI, „in Russland noch ein zartes Pflänzchen“. Ein Großteil des russischen Energiebedarfs wird heute noch durch Erdgas gedeckt. Die Ursachen hierfür liegen auf der Hand: Russland hat fossile Energieträger im Überfluss und die Preise für diese sind auf dem Binnenmarkt derart niedrig, dass jede Suche nach alternativen Energieträgern derzeit kaum zu lohnen scheint. So verwundert es nicht, dass vor allem das auf dem Binnenmarkt subventionierte Gas, Russlands Energiequelle Nummer eins ist. Politisch wurden dennoch bereits 2001 mit einem Programm zur Steigerung der Energieeffizienz die Weichen in Richtung Entwicklung einer Bio-Fuels Industrie gestellt. Diesem auf eine Laufzeit bis 2010 ausgelegten Plan zu Folge, sollten bereits bis 2005 jährlich 2 Mio. Tonnen Öläquivalent im Binnenverbrauch aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Diese Strategie hat aber nicht alleine die Substitution fossiler Energieträger zum Zweck. Unterhalb der Föderationsebene versprechen sich Regierungen in den Agrarregionen auch einen positiven Impuls für die Landwirtschaft und damit einhergehend die Schaffung neuer Arbeitsplätze im ländlichen Raum.









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